Rezension – Wenn Ridley in eine Zitrone beißt, dann wird er sauer.

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Der zweite Teil von Ridley schließt nahtlos an die Ereignisse im ersten an und berührt ebenso wie sein Vorgänger mit einer liebevoll geschriebenen Geschichte.

Wenn Ridley in eine Zitrone beißt, dann wird er sauer.

Bild vom Buch "Wenn Ridley in eine Zitrone beißt, dann wird er sauer" von Marion Schreiner.

Mit dem zweiten Teil über den Autisten Ridley schließt die Autorin Marion Schreiner nahtlos an die Ereignisse aus dem ersten Teil an und erlaubt es mir als Leser, mich gleich zurechtzufinden.

Jesse wurde zu Arbeitsstunden verdonnert und Ridley soll ihm zeigen, wie der Job als Waldreiniger funktioniert und worauf es ankommt. Das alleine wäre für Ridley schon Aufgabe genug, doch dazu kommt noch, dass Jesse unpünktlich ist, was Ridley enorm stresst.

Im zweiten Teil steht Ridley vor enormen Herausforderungen, denn seine Welt ändert sich immer schneller. Wo Autisten Sicherheit in der Beständigkeit finden, laueren für sie in der Veränderung Unmut, Gefahr und Panik.

Dass Entwicklung ein normaler Teil des Lebens ist und oft genug Chancen bietet, muss Ridley jeden Tag aufs Neue lernen. Die Autorin skizziert alltägliche und überraschende Ereignisse und zeigt dabei sowohl das emotionale Innenleben des Protagonisten als auch die Reaktionen seiner Umgebung. Sie vermag es auf diese Weise anschaulich die Unterschiede herauszuarbeiten und welche konkreten Auswirkungen in Form von Gedanken, Gefühlen und Handlungen äußere Einflüsse auf Autisten haben und wie Autisten wiederum auf ihre Umgebung wirken.

Dabei arbeitet sie geschickt die Grenzen der Selbstbestimmung heraus und zeigt plastisch an konkreten Beispielen aus dem Alltag, welche Signale Autisten von sich geben, wenn sie auf Hilfe angewiesen sind, und wie andere adäquat darauf reagieren könnten.

Dass sich Autisten an sich ändernde Zeiten anpassen können und müssen, lässt sich an dieser liebevoll erzählten Geschichte ablesen. Doch ebenso wichtig oder vielleicht sogar viel wichtiger sind die vielen im Alltag versteckten Hürden und Stolpersteine, die die Autorin aufzeigt und damit zu einem bewussteren Umgang mit uns selbst und unseren Mitmenschen auffordert.

Ich empfand die Geschichte um den Autisten Ridley verständlich geschrieben, mit teils humorvollen Szenen und Dialogen. Sie wirkt auf mich wie ein zugewandtes Plädoyer für mehr Verständnis, das mich als Leser emotional anspricht und mich an Ridleys Leben teilhaben lässt, in guten wie in schlechten Zeiten.

Wer gerne gute Geschichten liest und gleichzeitig etwas über das Leben von Autisten lernen möchte, ist mit diesem Buch gut beraten.

Foto vom Buch "Wenn Ridley in eine Zitrone beißt, dann wird er sauer."

Link zu Marion Schreiner: https://www.marionschreiner.com

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